"Betreutes Wohnen" für suchtkranke Frauen und Männer im Anschluss an eine Unterbringung nach
§ 1906 BGB

Das "Betreute Wohnen" für suchtkranke Frauen und Männer im Anschluss an eine Unterbringung nach § 1906 BGB erweitert das bisher ausschließlich stationäre Wohnangebot um eine ambulante soziotherapeutische Betreuung mit einer hohen Betreuungsdichte.

 

Indikation

Die Erfahrungen zeigen, dass wir wiederkehrende Menschen betreuen, für die es sinnvoll wäre, nach Ende ihres Unterbringungsbeschlusses noch eine gewisse Zeit in dem Setting der Einrichtung zu verbleiben, bevor sie endgültig in eine andere Wohn- und Betreuungsform wechseln. Für diese Gruppe, aber auch für Personen die aus anderen geschlossenen Einrichtungen nach §1906 BGB entlassen wurden und noch kein anderes Angebot annehmen können, ist unser Wohn- und Beutreuungsangebot als eine Art von "vrelängertem Dach" konzipiert.
Das Angebot richtet sich demnach an suchtkranke erwachsene Frauen und Männer, die im Anschluss an einen Unterbringungsbeschluss nach §1906 BGB noch keine andere geeignete Wohn- und Hilfeform für sich gefunden haben, bzw. die noch nicht in der Lage dazu sind, diese antreten zu können und die nach wie vor die Anspruchsvoraussetzungen nach §53 SGB XII auf Leistungen der Eingliederungshilfe erfüllen.

 

Betreuungsziele:

Ziele in der Betreuung der Klienten des "Betreuten Wohnens" sind unter anderem:

  • Die Verkürzung der Aufentahltsdauer im geschlossenen stationären Bereich
  • Gesundheitsförderung und -erhaltung
  • Das vorbereiten auf den Wechsel in eine weiterführende Hilfeform, die nach möglichkeit in der Herkunftsregion des jeweiligen Klienten liegen sollte
  • Das Vorbereiten der Rückkehr in einen familiären Kontext
  • Das Generieren von eigenem Wohnraum
  • Das Stärken von Alltagskompetenzen
  • Verhinderung von Rückfällen, Verlängerung der abstinenten Phasen
  • Erhalt von sozialen Beziehungen zu Bezugspersonen und Mitbewohnern bei gleichzeitigem Aufbau neuer stützender sozialer Kontakte

Räumliche Ausstattung:

Die Unterbringung der Betreuten des Ambulanten Betreuten Wohnens erfolgt auf 2 Etagen in jeweils 10 Einzelzimmern mit eigener Nasszelle. Zwei der Einzelzimmer sind Rollstuhlgerecht ausgebaut. Im Wohnbereich ist ein Aufenthals- bzw. Gruppenraum ebenso integriert, wie das Büro der sozialpädagogischen Betreuer. Betreute die sich selbst verpflegen, können hierfür eine ausreichend ausgestattete Wohnküche nutzen.
Im Erdgeschoss stehen allen Bewohnern des Hauses ein Aufenthaltsraum, ein Therapieraum, Werkstattflächen, Küche, ein Kraftraum und ein großer Garten zur Verfügung.

 

Personelle Ausstattung:

Die Betreuten werden an den Werktagen tagsüber von sozialpädagogischen Fachkräften oder Mitarbeitern mit einer gleichwertigen Qualifikation betreut. Dabei wird auf Grund der in der Regel sehr erheblichen Störungsbilder und den damit einhergehnden Bedarf an einer hohen Zahl von Fachleistungsstunden von einem durchschnittlichen Betreuungsschlüssel von 1:3 ausgegangen.

Außerhalb der von den sozialpädagogischen Fachkräften abgedeckten Zeiten stehen in Krisensituationen die rund um die Uhr anwesenden Mitarbeiter des geschlossenen stationären Bereichs zur Verfügung.